Klosterkopfhexen Neuenburg e.V.

Chronik - mal anders

So begab es sich seinerzeit, dass das Kloster Gutnau bis auf seine Grundmauern niedergebrannt wurde und nichts übrig blieb als verbrannte Erde und das Versprechen, dass die Ordensschwestern eines Tages wiederkehren würden.Beinahe 600 Jahre später legten 13 Neuenburger, vereint in derselben Fastnachtsleidenschaft, den Grundstein einer neuen Fastnachtsclique. Am 21.10.1995 wurden in den Räumen der Villa Plön die Klosterkopfhexen geboren. Im Beisein eines Schriftzeugen der BZ wurden die ersten Vorstände, seinerzeit nur 6 an der Zahl, und andere Wichtigkeiten wie das Häs und die Eintragung als offizieller e.V. beschlossen. So bekam das Frischgeborene einen Namen, ein schickes Outfit und wurde in der Kampagne 1995/1996 in die Neuenburger Narrengesellscha eingeführt.

Schon zu Beginn eines der wichgsten Projekte des noch jungen Vereins war das Einstudieren des legendären Hexentanzes, der bis heute ein wichtiger Bestandteil eines jeden Abends mit den Klosterkopfhexen als Gasttänzer darstellt.

Die Zeit verging, das Kind gedieh und wuchs heran. Bereits in den ersten fünf Jahren verdreifachte sich die Mitglie- derzahl der ak ven Fastnachtsfreunde und Jedermann und Jedefrau, welche sich als Hexe berufen fühlten, wurden angenommen und aufs herzlichste in die Familie aufgenommen.

Nicht nur zur fünften Jahreszeit war der Verein ein Bund von Gleichgesinnten, nein auch in den Sommermonaten gab es einige Aktivitäten. Jedes Jahr natürlich die Bewirtung der Neuenburger Bürger und aller die es gerne wären auf dem historischen Stadtfest, dem Nepomukfest, in der geselligen Klosterschänke, oder auch ein gemeinsamer Urlaub in welchem die Hexen dem milden Neuenburg entfliehen und sich in südlicheren Gefilden der Balearen die Sonne auf die strohblonden Büffelhaare scheinen ließen.

Doch wie das nun mal so ist mit einem wachsenden Kind, so wächst es manchmal wirklich sehr schnell und entwächst seinen Kleinkinderkleidern. Im Jahr 2000 wurden die Hexen konfrontiert mit einem nicht ganz nebensächlichem Problem: Der Stoff ging ihnen aus.

So sprechen wir hierbei nicht von dem schwarz der Kutte, oder dem weinrot des Rockes. Nein, tragischerweise handelte es sich bei dem zum Verschwinden verdammten Bestand um den charakterisschen blauen Paisley Stoff, der unserem Häs doch so gut stand und uns einen hohen Wiedererkennungswert garantierte.

Es wurde verzweifelt gesucht und nicht zu Jedermanns Zufriedenheit wurde eine sa nar ge Alternaive gefunden. So beschreibt es die Chronik, und erklärt damit warum bis heute eine so hohe Varianz im Häs (Oberteil) der Mitglieder besteht.

So wie ein Kind heranwächst und neue Dinge braucht, so braucht auch ein wachsender Verein gewisse Dinge. Neue Ämter wurden beschlossen, wie beispielsweise ein Vergnügungswart, dessen Aufgabe darin besteht den Verein auch in den übrigen vier Jahreszeiten mit gemeinsamen Ausflügen und Aktivitäten zu unterhalten. Schöne Zeiten wurden gemeinsam in Bonnal auf dem Campingplatz und auf Mallorca verbracht und der Verein wuchs noch enger zusammen.

Auch mussten die Bedingungen einer Aufnahme gemeinschaftlich abgestimmt und schriftlich festgelegt werden, um der Flut an Neuanmeldungen Herr zu werden.

Der Prozess eine wahrhaftige Klosterkopfhexe zu werden umfasste eine dreijährige Lehrzeit. Begon- nen im ersten Jahr mit dem Probejahr in welchem der Anwärter die große Ehre zuteil wird das Zeichen des Vereins voller Stolz zu tragen (Vereinsshirt) und sich engagiert und voller Freude an den Projekten des Vereins zu beteiligen um seine Ernsthaftigkeit unter Beweis zu stellen.

Hat er sich im Probejahr bewährt so erhält er die Erlaubnis die Farben des Vereins zu tragen, in einem Jahr Häszeit. Hat er auch dieses Jahr erfolgreich absolviert, so erhält er seine Maske und sein Emblem, das amtliche Zeichen: „Ich bin eine Klosterkopfhexe“. 

Doch nicht nur Regelwerk wurde festgelegt, sondern auch Traditionen wurden begründet, so wie beispielsweise 1997 nach der erfolgreichen Fasnachtskampagne das Hüttenwochenende in Wieden, in einer urigen Schwarzwaldhütte, tief im benannten Wald, wo doch, glaubt man dem munkeln, so viele Schwestern der Klosterkopfhexen hausen. Jedenfalls fühlten sich die Klosterkopfhexen so wohl, dass sie entschieden (beinahe) jedes Jahr wiederzukehren, um die vergangenen Kampagnen zu gedenken und sich auf die kommenden vorzubereiten.

Traditionen sind was feines, doch jeder kleine Spross kommt einmal in die Pubertät und damit kommt auch der Wandel. 2005 erwählten sich die Klosterkopfhexen erstmalig einen neuen Vorstand, Sascha Sütterlin, und beendeten somit erstmals die vorherrschende Dynastie des Andreas Duttlinger.

Im Jahre 2006 zählte der Verein bereits über 40 aktive Mitglieder (die Dunkelziffer wird jedoch höher geschätzt Anm.d.Chronisten).

Da der 11. Geburtstag eines Fastnachtvereins etwas ganz besonderes ist, wurde eine große Geburtstagsfeier im Neuenburger Stadthaus entrichtet und auch das rege Interesse der anderen Fastnachtscliquen bewies: Die Klosterkopfexen sind ein fester Teil der Narrenszene Neuenburgs und möchten nicht mehr vermisst werden. Neue Ämter wurden vergeben. Das Amt des ersten Vorstandes lag wieder in der Zuständigkeit des ersten Ersten Vorstandes Andreas Duttlinger, welcher stark und gerecht sein Amt ehrte. Hinzukamen das Amt des Materialwarts, der Jugendwart, der Freizeitwart und besonders entscheidend: Das des Homepagewarts. Ja die Klosterkopfhexen betraten Neuland und sind bis heute zu erreichen unter www.klosterkopfhexen.de.

Wie das mit Teenagern ist, so kamen auch die Klosterkopfexen in ein Alter, indem man beginnt, sich für das andere Geschlecht zu interessieren und die kleine Hexen bekamen einen neuen Partner zur Seite gestellt. 2007 hielt der Klosterpfa Einzug in den Verein der Klosterkopfhexen. Zugegeben anfangs wurde er noch als Fremder betrachtet und nicht selten kam die Frage: „Warum sieht der da so anders aus“ Doch wir lieben unseren Pfa heiß und innig und sind sehr stolz ihn an unserer Seite zu wissen.

Damit ein Teenager nicht allzu aufmüpfig wird ist es wichtig ihm klare Regeln zu bieten und ihn in seine Schranken zu weisen, mit einer liebevollen und dennoch bestimmten Strenge. Mehrmalige Satzungsänderungen werden gemeinsam diskuziert und demokratisch entschieden.

Jedoch ist das Leben eines Teenagers nicht leicht. Man entwickelt seine eigene Meinung, streitet sich mit den Eltern, kommt seinen häuslichen Pflichten nicht mehr so zuverlässig nach und ist sich mit Gleichaltrigen uneins. Das kommt in den besten Familien vor und so haben sich einige Hexen dazu entschieden den Klosterkopfhexen den Rücken zu kehren und ihr Glück woanders zu suchen. Diese Trennungen sind jedoch nicht immer für ewig. Meinungsverschiedenheiten werden ausgeräumt, gemeinsame vergangene Zeiten verbinden und so ist es immer schön „Ehemalige“ zu treffen und gemeinsam einen Klostertrunk auf alte Zeiten zu heben.

Im Mai 2011 legte der erste Vorstand Andreas Duttlinger das Amt des ersten Vorsitzenden endgültig ab und Petra Billion wurde als erste weibliche Hexenpräsidentin gewählt.

2013. Ein Umzugswagen wurde geplant. Ein mobiles Heim welches uns Hexen an unsere Herkunft, die alten Klostermauern, erinnern sollte. Ein Sommer lang wurde an unserem neuen Herzstück gearbeitet und seit dem Neuenburger Umzug 2014 sind wir nun lautstark mit motorisierter Ruine unterwegs.

2015 begann ein Jahr des großen Wandels. Abermals lag das Amt des ersten Vorstandes in der Familie Duttlinger. Alica Duttlinger, demokratisch gewählt, vereinte die „alten Hasen“ und die „neue Jugend“ und trat das Erbe ihres Vaters Andreas an. Die Form der Vorstandschaft wird reformiert und umfasst heute fünf Vorstandsmitglieder und insgesamt sieben Beisitzer.

Und dann 2014/2015 sollte doch endlich das, was die Hexen doch schon so lange suchten, in greifende Nähe rücken: Ein fester Klosterkeller. Zwar wurden die Hexen in der Vergangenheit schon vielerorts aufgenommen und bewirtet, wie zu allererst in der Villa Plön, dem Vereinsheim des Turnver- eins, das FCN Fußballheim, dem Cafe Bürgel, dem schmerzlich vermissten Kistle, dem Ratskeller und dem neueröffneten kleinen Hecht, doch wirklich heimisch wollten sie doch nun im Keller des ehemaligen Kistle werden. Es wurde gezimmert, gehämmert, gemalt und gefliest und dann war er fertig. Der Traum in rot. Ein Hort für die Versammlungen oder auch Feiern der Hexen. Ein alternatives Zentrum zur Bewirtung der Narren und Schaulustigen zum jährlichen Fastnachtsumzug oder Hemdglunkiumzugs.

Unglücklicherweise hielt unser Klosterkeller nur eine Kampagne und die Hexen fanden sich abermals ohne Heimat und.... Es schmerzt, das niederschreiben zu müssen, so ende ich hier mit dem Thema und Ende in der Hoffnung, dass sich eines Tages ein fester Platz für den Bund der Klosterkopfhexen finden lässt.

Hinweise dieser Art dürfen Sie, geehrte/r Leser, gerne in unserem Gästebuch auf unserer Homepage hinterlassen (Anm.d.Chronisten).

Nun ist das Kind dem jugendlichen Alter entwachsen und feiert dieses Jahr bereits seinen 22. Geburtstag. Pünktlich zu diesem Geburtstag bekommt der Verein ein ganz besonderes Geschenk. Ein neuer Oberteilstoff wurde gefunden und in ausreichender Menge für die kommenden Generationen gesichert. Wir stellen also heute zu unserm 22-Jährigen Jubiläum unser neues, einheitliches Oberteil vor. Wir sind im Angesicht unseres so langem Bestehens sehr stolz auf unsere Geschichte und unsere Mitglieder, sowohl ehemalige als auch noch kommende. Wir wissen um unsere Verantwortung unseren Mithexen gegenüber und freuen uns auf die nächsten 22 Jahre. Auf uns und die gesamte Neuenburger Fastnacht ein dreifach kräftiges Weiher-Hex!

DJ_Mosit (29.04)
Tasha (29.04)
Manuel Andris (13.05)
Maike Matheis (26.05)
Michel (29.05)

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